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Trash Collection 092 - IN VITRO - ANGRIFF DER MUTANTEN

thumb tc092»Wenn zwei sich streiten, freuen sich die Freaks!«


 

 

 

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In Vitro - Angriff der Mutanten


 

Eine dubiose Firma hat eine juristische Grauzone entdeckt und schlachtet diese aus: Sie verkauft "anatomische Spezialitäten" an gierige Sammler, die bereit sind jeden Preis für diese Missgeburten zu bezahlen. Eines Tages wird ein ganz besonderer Mutant aus dem Abwasser gefischt und an einen Sammler vermittelt. Es kommt zu der großartigsten Szene in der Geschichte des Films:

Der glückliche Sammler, welcher gerade $650.000 für einen Haufen Schleim bezahlt und diesen auf dem Beifahrersitz neben sich in einer Kühlbox untergebracht hat, fährt über eine wunderschön verschneite Straße, die nach eigener Aussage ihm gehört (!). Empört drückt er auf die Bremse, als er auf ein anderes Auto trifft, welches quer über der Straße geparkt ist. Er steigt aus und nähert sich dem anderen Wagen, als eine nackte Frau, nur mit ledernen Hotpants (Ich wiederhole: Es ist Winter!) und einer Affenmaske (!!) bekleidet, ihn mit einer Pistole bedroht. Sie fesselt ihn an einen Baum im Wald und klaut die Picknickbox samt missgebildeter Mutanten-Matsche. Der Sammler ist außer Rand und Band! Das perfekte Verbrechen!

Alleine aufgrund dieser Szene lohnt sich der Film enorm! Darüberhinaus gibt es durchweg sehr charmante Darsteller, allen voran natürlich die Frau im Affenkostüm aus besagter Szene, welche mit Abstand die geilste Rolle innehat. Die Handlung ist witzig vorgetragen und weiß köstlich zu unterhalten. Dabei vergisst man schon fast, dass es in erneuter Fullmoon-Tradition wieder mal die ewig gleiche Story um irgendwelche Mutanten gibt, welche in jeder Szene stets irgendwie unbeholfen wirken. Andere Fullmoon-Markenzeichen wie ein sehr begrenzter Handlungsort an dem sich alles abspielt und Charaktere welche von Unlust zu Übermotivation und wieder zurück schwenken, sind auch gegeben. Nur wirkt diesmal alles irgendwie abgerundeter.

In Vitro - Angriff der Mutanten ist wirklich der beste Film von Fullmoon, den ich je gesehen habe (und da liefen schon einige auf meiner Mattscheibe...). Unbedingte Kauf- und Schauempfehlung!

(Plasmo)

 


 

Dass Sammelleidenschaften oft seltsame Blüten tragen, sollte vor allem Fans der Trash Collection – wenn sie mal ehrlich zu sich sind – bewusst sein. In In Vitro - Angriff der Mutanten haben wir es mit zwei besonders merkwürdigen Sammlern zu tun: sie haben sich auf anatomische Abartigkeiten spezialisiert!

Zweiköpfige Embryos scheinen in den letzten Jahren öfters mal in die Klärgrube gespült worden zu sein (was weg muss, muss weg), denn die sind im Wert gesunken. Ganz anders sieht es aber mit diesem unförmigen Fleischklops und dem doppelten Augenpaar aus – ein Prachtexemplar! Mich erinnert es zwar eher an eine ausrangierte Puppe aus der Sesamstraße, welche man durch Tapetenkleister gezogen hat, aber ich bin ja auch nicht vom Fach.

Dank Connections zu einem Kloakenfischer streicht die Händlerin Belinda gute Gewinnspannen ein. Ihrer strohdoofen Sekretärin hat sie allerdings zu verdanken, dass der Kunde auf recht delikate Weise um sein Sammelobjekt gebracht wird. Im Winter von einer Frau, welcher außer einer Gorillamaske so gut wie nichts an hat, an einen Baum gekettet zu werden, ist eine Vorstellung, welche so manchem feuchten Männertraum entsprungen sein könnte. Charles Band macht mir Angst.

Das Hauptaugenmerk des Films ist auf folgende Situation gerichtet: seltsame Charaktere sind mit seltsamen Kreaturen gemeinsam in einem Schloss eingesperrt. Natürlich kommt hier der Komikfaktor nicht zu kurz, aber zum Glück auch nicht zu lang (der Film wird nicht durch gänzlich unbegabte Darsteller oder durch eine unsägliche Gag-Aneinanderreihung unnötig lächerlich gemacht) – es könnte alles viel viel schlimmer sein!

Der Film hat mich positiv überrascht. Den Kreaturen wird ansatzweise sowas wie Sympathie eingehaucht und ich bin sehr froh, dass hier kaum Computertechnik und viel ehrlich-schleimige Handarbeit und seltsame Beleuchtungswinkel zum Einsatz kommen. Auch der Schluss des Films ist äußerst sympathisch: Charles Band scheint ein hoffnungsloser Optimist zu sein, denn er hat sich für den Fall eines Erfolges die Tür bzw. den Kofferraumdeckel für eine Fortsetzung offen gehalten; doch die Welt nicht gerecht.

Für In Vitro - Angriff der Mutanten bin ich vielleicht schon ein paar Jährchen zu alt, denn aus der Schmiede eines Charles Band waren mir nur die damaligen Videothekenknaller "Arena" und "Prison" geläufig. Da man aber immer nur so alt ist wie man sich fühlt kann ich diesem Film ehrlichen Gewissens meine vollste Kaufempfehlung aussprechen!

(Bernd)


  

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