tc_slide_1.jpgtc_slide_2.jpgtc_slide_3.jpgtc_slide_4.jpgtc_slide_5.jpg

Trash Collection 095 - FRITS FRONZ COLLECTION #1

thumb tc095»Österreichs berühmtester Erotikfilm-Regisseur auf Hochtouren!«


 

 

 

tc095 720px

Baron Pornos nächtliche Freuden


 

Es gibt diese Art von Filmen, die man einfach wegen des Titels unbedingt einmal sehen will. Dazu gehören mit Sicherheit Fälle wie H.A.R.T - Spezialeinheit 500 (USA 1986) oder auch Robot Holocaust (Italien, USA 1987). Ob nun der deutsche Verleiher Schuld ist, oder der Originaltitel tatsächlich so hoffnungsverheißend daherkommt ist im Prinzip irrelevant. Ein Film mit einem Titel wie Baron Pornos nächtliche Freuden kann gar kein schlechter Film sein!

Und wie zu erwarten wird man natürlich tatsächlich auch nicht enttäuscht. Der Film beginnt auf einer nächtlichen Kirmes, wo Alexander aka Baron Porno, ein alter Mann, dessen beste Jahre mit Sicherheit längst schon vorüber sind, einen sehr philosophischen Monolog hält. Oder ist es ein Gedicht? Oder gar ein Lied? Ersichtlich wird dies nicht, aber wir bekommen nach jeder eingestreuten Erinnerung in Episodenform alle 10-15 Minuten eine neue Strophe davon zu hören.

Die einzelnen Episoden sind wahrhaft sehenswert. So hängt Baron Porno eigentlich nur in Clubs rum (Ok, es ist immer der gleiche) und schaut sich Varieté-Vorführungen mit sehr seichten Erotikeinlagen an, während er von einer Schar von Frauen umwimmelt wird. Gleich schon die erste Episode hat es in sich: Geschlagene 7 Minuten (!) tanzt eine leicht bekleidete Frau zwei Schaufensterpuppen an! Doch langsam geht auch für Baron Pornos ausschweifendes Leben die Sonne unter und er muss in etwa soviel Leid und Verzweiflung ertragen, wie der Zuschauer beim Anschauen des Films. Ein wirklich sehr raffinierter Schachzug von Herrn Fronz, die Identifikationsfigur derart geschickt in Szene zu setzen!

Auch die anderen Erinnerungsepisoden wissen rundum zu begeistern und sind allesamt auf einem poetisch sehr ansprechenden Niveau gehalten. Natürlich kommt es, wie es letzten Endes kommen muss: Baron Porno verliebt sich in eine Frau, die ihm sein ganzes Geld aus der Tasche zieht und ins Ausland flüchtet, so dass er auf der Straße landet. Ein Beziehungsklassiker erster Güte. Dabei hätte er dem Desaster noch früh genug Einhalt gebieten können: Selbst als eine weitere Frau bei ihm einbricht und nackt zuhause auf ihn wartet, um ihn davon zu überzeugen, dass er auch andere Frauen lieben kann, wehrt er sich dagegen. Als er fast schon mitten beim Akt ist, bemerkt er, dass es möglicherweise doch nicht seine Angebetete ist und verweist die fremde Frau des Hauses. Kann ja mal passieren.

Einer der besten Vertreter des seriösen österreichischen Erotikfilms der ausgehenden 60er-Jahre. Abschließen möchte ich mit der Eingangsstrophe des Films selber. An hochemotionalem Ton und tiefster Weisheit kaum zu überbieten:

„Es war ein zärtliches Lied, längst schon vorbei und verklungen. Leben ist Nacht. In diese Nacht sind helle Sterne gedrungen. Frauen, Schönheit, Liebe - Sie erstrahlen irgendwo und irgendwann wie Lichter in der Nacht. Sie leuchten in der Dunkelheit, bis der Tag erwacht. Irgendwo und irgendwann wie Lichter in der Nacht. Sie leuchten in der Dunkelheit, bis der Tag erwacht.“

 

(Plasmo)

 

Sexkarussell via Erotica


 

Fragwürdige Titel sind bei Frits Fronz gang und gäbe. Auch mit seinem im Jahre 1967 erschienenen Erstlingswerk, welches dem angenommenen Zeitgeist entsprechend wohl für viel Furore gesorgt haben dürfte, ist dieses Markenzeichen bereits vorhanden. Was der Titel tatsächlich ausdrücken will bleibt wohl auf immer ein Rätsel, mit dem Film selbst hat er auf alle Fälle so wenig zu tun, wie das Österreich der 60er-Jahre und die sogenannte sexuelle Revolution.

Die dargebotene Geschichte verfolgt einen augenscheinlich sehr erfolgreichen, aber sehr lustlosen Schriftsteller, welcher für ein Tagesblatt eine Erotikkolumne mit Geschichten füllen soll. Der Grund für seinen Erfolg ist die Tatsache, dass seine Geschichten angeblich direkt aus dem Leben gegriffen sein sollen. Schwer vorstellbar, da er den gesamten Film über sein Bett, zumindest aber seinen Raum, nicht verlässt und sich nur darüber beschwert, dass er keine Lust mehr zu schreiben hat. Ab und zu betreten irgendwelche Leute sein Zimmer und fangen an Geschichten zu erzählen, wobei (Film-)Realität und die weiterfantasierten Geschichten für das Tratschblatt sich vermischen. Eine stringente Handlung ist so natürlich nicht gegeben, aber wer erwartet die schon allen Ernstes von solch einem leicht goutierbaren Potpourri an seichten Anzüglichkeiten und lockeren Frivolitäten, welches uns der werte Herr Fronz mit diesem Film zu präsentieren gedenkt?

Apropos, Frits Fronz übernimmt ebenso wie in Baron Pornos nächtliche Freuden abermals die Hauptrolle und tut wirklich gut daran. Er sorgt nämlich nicht nur für die nötige Glaubhaftigkeit der Rolle, sondern ist auch immer für ein nettes Momentchen an Humor zu haben. Ohne seine schauspielerischen Darbietungen wäre der Streifen sicherlich nur halb so unterhaltsam. Ja, richtig gelesen, Sexkarusell via Erotica macht nämlich wirklich Spaß! Neben dem unzweifelhaft zeitdokumentarischen Aspekt, kann man sich so auch ganz unbefangen amüsieren und die Geschichten auf sich wirken lassen, auch wenn es wahrscheinlich schon eher fragwürdig ist, ob sie in den 60ern schon die gleiche Wirkung auf den Zuschauer hatten.

Was soll’s! Frits Fronz ist super!

 

(Plasmo)

 


  

Wollt ihr auch eine Review zu diesem Film aus der Trash Collection beitragen? Schreibt uns!

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren