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Trash Collection 099 - Zombie Brigade & Death's Door

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Zombie Brigade


Ein ROBOT MAN Freizeit-Park soll an der Stelle entstehen, wo jetzt so ein überflüssiges (die Kriegsgräberfürsorge hat´s eh schon vergessen) und ziemlich hässliches (Betonklotzpyramide) Kriegerdenkmal steht. ROBOT MAN ist in Japan der Hit und Japaner scheinen auch das finanzkräftige Zielpublikum für dieses Pseudo-Disneyland zu sein. Kennt ihr den phantastischen KISS MEETS THE PHANTOM OF THE PARK? Genau sowas stelle ich mir da vor. Nur eben mit ROBOT MAN, einem direkten Verwandten des Magischen Ballermanns!

Der japanische Investor und seine Sekretärin Rita werden am staubigen Flughafen begrüßt und mit australischen Klischees beeindruckt. Am besten ist aber die Empfangsparty, welche mit einer Horde preisgünstiger Prostituierte in einer unglaublich unschmucken Halle abgehalten wird. Kein Wunder, dass man bereits Minuten später bei den übelsten Trinkspielen angekommen ist. Highlight der So-called-Party ist zweifelsfrei die spontane musikalische Darbietung, welche Rita mit der Band des Hauses, den talentfreien SONS OF GUMS, abliefert. Achtung – Hitpotential!

Irgendwann spielen die Hormone verrückt und der Bürgermeister will Rita horizontalisieren. Zum Glück haben wir ja einen Helden, welcher jung und nicht zu den kapitalistisch Versauten gehört. Er wurde zwar in der Stadt zurecht gebogen (sagt man), aber die Aborigines-Wurzeln kann er nicht leugnen. Gemeinsam flüchten Sie aus dem Hotel.

So ganz nebenbei wurde das Kriegerdenkmal dezent gesprengt. Blöd nur, dass darunter eine Art von Glaskasten gelagert war, der die verseuchten Untotsoldaten aus Vietnam isolierte. Diese sind nun frei und machen in der Stadt Unfug: sie beißen gerne in den Hals und das ist auch kein Wunder, denn es sind keine normalen (?) Zombies, es sind Vampir-Zombies! Sie haben diese nosferatischen Eckzähne, können mit einem Holzpfahl durchs Herz getötet werden und  haben auch noch eine Sonnenlichtallergie. Na bravo.

Die Stadt und deren Bewohner bekommen von militärischer Seite keinerlei Unterstützung. Man will das Problem nicht weiter ausgedehnt wissen und legt Tretminen aus. Was tun? Ganz klar: man erweckt die guten Zombies, damit diese gegen die bösen Vampir-Zombies antreten! Die Aborigines haben da so ihre speziellen Gesänge, die das möglich machen. Für den Zuschauer heisst das: zurücklehnen und den finalen Kampf, welcher zwischen Untoten und Untoten stattfindet, genießen …

Bei der ZOMBIE BRIGADE haben wir es nicht mit einem Subgenre des Horrorfilms – dem gemeinen Zombie-Film – zu tun, sondern mit einem Subsubgenre: dem Vampirzombie-Film. Es ist einer der wenigen seiner Art, und schon allein deshalb ist ZOMBIE BRIGADE es wert, am "Leben" gehalten zu werden.

Das Finale, in welchem den (Über-)Lebenden einen (lebenswerten) Weg in die Zukunft dank Untoter aufgezeichnet wird, ist philosophisch und sozialkritisch einem frühen Romero ebenbürtig. Aber da will die Brigade sicherlich nicht hin. "Italians do it better" hatte Madonna mal auf einem T-Shirt stehen. "Australians do it differently" wäre wohl die passende Antwort.

(Bernd)

  

 

Death´s door


Auf einem lokalen Fernsehsender ist die "Séance Hour" eine recht erfolgreiche Reality-Show, in der ein Medium jedesmal mit neuen Gästen konfrontiert wird, und gemeinsam werden dann die Geister der Verstorbenen beschworen. Eigentlich ein recht anständiges Konzept – trotz Hokuspokus-Mogelei – denn im Grunde genommen wird den Gästen einfach nur Trost beim Verlust von Verstorbenen gespendet. Doch der raffgierige und sich durch´s weibliche Team vögelnde Produzent will mehr: höhere Einschaltquoten, eine bessere Sendezeit, mehr Geld.

Darum lädt er Leute mit finsteren Vergangenheiten und welche, die es mit dem Medium gar nicht gut meinen, ein. Blöd nur, dass das Medium, Madame Camille, tatsächlich übersinnliche Kräfte besitzt und schon bald die bösen Geister im Studio das Team dezimieren …

Ich war überrascht, denn wirklich erwartet habe ich mir von einem Film, der als Bonus für die Zombie Brigade herhalten muss, rein gar nichts. Und dann ist es auch noch einer neueren Datums. Für mich als hoffnungsloser Nostalgiker eigentlich verdammt hartes Brot. Aber nein! Der Film fesselt!

Das erste Drittel bringt uns sehr unterhaltsam und spannend die Charaktere der Protagonisten näher. So lobe ich mir das! Als dann der Geist völlig ausflippt lässt sich der Trash natürlich nicht ganz verstecken, denn die Effekte sind definitiv einer finanzschwachen Abteilung entliehen. Trotzdem muss ich sagen: der Film verliert sich nicht in schlechten Computertricks, sondern bringt immer wieder Spannung in die finsteren Gänge des Studios mit den unendlich vielen Türen. Der Regisseur hat seine Spukhaus- und Geisterfilm-Hausaufgaben gemacht! Dafür verzeihe ich ihm gerne die eine oder andere Höllensplattershow aus dem Rechner.

Das Drehbuch scheint großes Potential zu haben; die Umsetzung und vor allem die Herzlichkeit (!), mit der Death´s Door seine Wendung am Schluss erfährt, ist wunderschön anzusehen. Death´s Door ist ein Trash und ein guter Film und das ist kein Widerspruch.

(Bernd)

 


  

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