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Trash Collection 124 - Curtains – Wahn ohne Ende

thumb tc124»Ein Psycho-Schocker mit noch nie gezeigtem Thrill, der jedem Betrachter das Blut in den Adern gefrieren lässt! Pure Angst, knisternde Spannung und ein Hauch Erotik machen diesen Slasher zu einem absoluten Muss für jeden Filmfan.«


 

 

 

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CURtains – wahn ohne ende


 

Gleich zu Beginn des Films liefert Regisseur Jonathan Stryker seine Lieblings-Schauspielerin Samantha Sherwood ins örtliche Irrenhaus ein. Die Aktion entpuppt sich als Fake:

Jonathan ist auf der Suche nach einer total Bekloppten als Hauptrolle für seinen nächsten großen Film und Samantha bekommt es schauspielerisch noch nicht richtig gebacken. Also in die Klappse und ein paar harte Lerneinheiten von den Originalen abzwacken; soweit der Plan. Aber der schlimme Jonathan schaut sich in der Zwischenzeit dann doch lieber nach Frischfleisch um, während Samantha bei den Irren schmort. Wie gemein ist das denn!

Oh Wunder! Samantha gelingt dank einer nicht näher erklärten Freundin die nicht näher erklärte Flucht aus dem Irrenhaus!

Das Casting für die Hauptrolle, welches erstmal den Eindruck einer "normalen" Der Bachelor – Folge auf RTL hinterlässt, steigt in Jonathans Haus. Überall auf der Welt war noch Herbst, doch bei Jonathan ist es tiefster Winter, was für eine sehr surrealistische Atmosphäre sorgt. Jonathan hat einige eher minderbemittelte Schauspielerinnen zu sich eingeladen, die er im Bett und auf der Bühne zum Wahnsinn treibt. Auch Samantha, die aus der Anstalt geflohene Ex, gesellt sich dazu. Und dann beginnen die Morde …

Ich mag es, wenn Stimmen aus dem Off oder Schauspieler-Texte einen an der Hand nehmen. Wenn sie Handlungsabläufe, welche der Film in seinem Verlauf nicht recht erklären konnte oder vergessen hat zu zeigen, erläutern. Sehr irritiert schaut man zum Beispiel auf die am Kachelofen sitzende Samantha und fragt sich, warum das Irrenhaus plötzlich ganz anders aussieht. Oder ist es gar ein obskurer Rückblick? Nein! Und sie hält auch kein Selbstgespräch, denn irgendwann sieht man die mit dem Rücken zur Kamera gedrehte Freundin auf dem Bett sitzen, welche es irgendwie geschafft hat, Samantha aus dem Irrenhaus herauszuholen. Der Film fordert; er erzeugt hörspielartig Bilder im Kopf des Zuschauers, die er so nicht zeigen kann oder will. Ganz große B-Movie-Kunst! 

Ebenso für Begeisterungsstürme sorgte bei mir der Versuch, eine mieslaunig dreinblickende Puppe mit spitzen Fingernägeln und eine (zugegebenermaßen professionell wirkende) Altweiber-Maske als Gruselfaktor zu involvieren. Requisiten wie von einem anderen Stern. Oder waren es die Geldgeber, welche darauf bestanden? Lagen sie eher zufällig noch von einem anderen Film herum? Wir werden es nicht erfahren und verbuchen diese Szenen unter "interpretationsfreudig".

Des weiteren schwirrt noch ein grenzdebiler Haus- und Whirlpoolsex-Sklave herum, den jeder Ottonormalslasherfan als Täter entlarvt. Doch hier... Fehlanzeige. Er wurde weder genauer erklärt noch weiss man am Schluss, wo er hingegangen ist. Der Plot hingegen ist so genial wie trivial. 

Atmosphärische Glanzstücke reihen sich gnadenlos aneinander. Romantisches Schlittschuhgleiten mit Todesfolge. Obskurer Stretching-Dance (muss man gesehen haben, um es zu glauben!) mit Todesf... ach, hatten wir ja schon. Die Regenszene mit Puppe mitten auf der Straße ist legendär!

Der erweiterte Endspurt des Films wird mit viel Zeit mit Applaus-Beleuchtung im Schaufensterpuppen-Irrgarten verbracht. Mario Bava hätte das nach 3 Flaschen Chianti auch nicht besser hinbekommen. 

Curtains – Wahn ohne Ende ist als Gesamtkunstwerk zu betrachten und nicht für jede Galerie geeignet. Für die Trash Collection ist er ein Glücksgriff und eine bedingungslose Kaufempfehlung!

(Bernd)

 


  

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