Trash Collection 154: Mary, Bloody Mary

Originaltitel: Mary, Mary, Bloody Mary
Land und Jahr: Mexiko, USA 1976
Regie: Juan López Moctezuma
Darsteller: Cristina Ferrare, John Carradine, David Young, Helena Rojo, Arthur Hansel …


Inhalt:

Alles begann in einer stürmischen Nacht – Mary, eine bildhübsche und talentierte amerikanische Künstlerin, ist ständig auf der Suche nach Käufern für ihre Gemälde. Zu ihrem Entsetzen muss sie irgendwann erkennen, dass sie der Anblick spritzenden Blutes in höchste Erregung versetzt! Nur kurze Zeit widersteht sie der Versuchung, ihren Gelüsten auf teuflische Art Befriedigung zu verleihen. Sie ist ein moderner Vampir, der Tag und Nacht gnadenlos Jagd auf ahnungslose Opfer macht. Schon bald zieht sich ihre blutige Spur durchs Land. Von Stadt zu Stadt, von Mord zu Mord. Als sie auf Ben trifft, scheint die Leidenschaft zunächst größer als der Blutdurst zu sein, aber das ist nicht ihre einziges Problem, denn noch ahnt sie nicht, dass jemand hinter ihr her ist, der mit allen Mitteln dem Grauen ein Ende setzen will…

Bonusmaterial: 

  • Original Trailer
  • Audiokommentar
  • Trailer zu THE UNSEEN und THE WHITE MONSTER
  • animierte interaktive Menus

Laufzeit: ca. 88 Minuten

Bildformat: 1,78:1

Sprache: Deutsch, Englisch

Tonformat: DD 2.0


Review

Was für ein Break gleich zu Beginn! Zuerst glaubt man, sich in einem klassischen Spukhausfilm zu befinden, direkt in Frankensteins Bude eines Hammer Films. Doch dann schlägt die Atmosphäre gnadenlos und unerwartet um. Es wird irgendwie „arty“, subtil, ein bisschen puffig, gewürzt mit wenigen, dafür aber deftig-blutigen Einlagen. Es ist diese Art von Filmen, wie sie nur damals in den tiefen 70ern möglich waren und warum ich dieses Jahrzehnt aus cineastischer Sicht so liebe. Alles war möglich – so scheint es.

Der Filmtitel wird ungewöhnlich spät eingeblendet, so als würde man den Film damit nicht einleiten, sondern teilen wollen. Die Synchro findet in diesem, im Grunde genommen sehr ernsten Film, Passagen, in denen sie sich richtig austoben kann. Der verdeckte Ermittler zum Chef: „Ich habe sie jetzt stundenlang beobachtet, einmal ging sie auf´s Klo.“ „Sehr gut, dann gehen Sie jetzt und schreiben Sie Ihren Bericht darüber. In dreifacher Ausfertigung.“ Oder – auch schön – wie der Hauptverdachtige sich vor der Polizei dadurch rechtfertigt, nicht mehr zu wissen, wo er mit seinem Auto unterwegs gewesen ist, weil er sternhagelvoll war! „Ich hatte so viele Margaritas.“ Alkoholkonsum und Straßenverkehr scheinen im Amerika der 70er gute und von der Polizei akzeptierte Partner gewesen zu sein, denn diese ist nicht wirklich davon überrascht und lässt das Alibi „Alkohol am Steuer“ durchgehen.

Trotzdem: Mary, Bloody Mary nimmt sich ernst. Er handelt von der Suche nach den eigenen Wurzeln, dem Loslösen aus familiären Zwängen und der Sehnsucht nach Geborgenheit. Oder auch nicht.

(Bernd)